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Entzündung - ein wichtiger Schlüssel zur Heilung

Entzündung ist keine Krankheit

Entzündung ist keine eigentliche Krankheit sondern ein Symptomenkomplex, der Krankheiten begleitet. Damit ist schon im Beginn der Betrachtung klar, dass die Behandlung einer Entzündung nicht eine wirklich kausale also ursächliche Behandlung ist, sondern nur der Versuch die Symptome der Entzündung zu bekämpfen oder zu lindern.

Zeichen einer Entzündung

Die Beschäftigung mit den Symptomen der Entzündung reicht weit in die Zeit der Medizin zurück. Aulus Cornelius CELSUS (25 vor - 40 nach Chr.) hat als Erster die 4 Hauptzeichen - die Kardinalsymptome der Entzündung beschrieben. Er war der Verfasser einer Enzyklopädie, den Artes, von deren Büchern nur die 8 über die Heilkunst, De Medicina, erhalten sind.

Er war der modernen Ansicht, dass die Medizin auf Erfahrung und Überlegung aufbauen sollte. So schreibt er, dass der Arzt nach einer Operation auf die Zeichen einer Entzündung achten müsse: calor, rubor, dolor und tumor (Wärme, Rötung, Schmerz und Schwellung).

Damit war damals bereits klar, dass die Zeichen einer Entzündung nach einer Operation nur Zeichen einer Komplikation sind und keine eigenständige Erkrankung!

GALEN, der überragende römische Arzt, hat später noch als 5. Symptom der Entzündung die functio laesa, den Funktionsverlust, hinzugefügt.

Formen der Entzündung

Die Entzündung kann in Art und Ablauf der Entzündung unterschieden werden von der katarrhalischen Form der Entzündung von Oberflächen und Schleimhäuten (davon der typische Katarrh mit den fließenden Sekreten der Nasenschleimhaut) bis hin zu fibrinösen, eitrigen oder hämorrhagischen (blutenden) Entzündung.

Zeitablauf der Entzündung

Die Entzündung kann auch klinisch nach dem Zeitablauf betrachtet und eingeteilt werden. So heilt die akute Entzündung nach Ende der zugrunde liegenden Erkrankung aus.

Bei der chronischen Entzündung kommt es zu keinem natürlichen Ende sondern zu einem endlos fortschreitendem Entzündungsprozess. Die Entzündung ist und bleibt von Beginn an chronisch.
Hier gibt es allerdings zwei Formen zu unterscheiden, die primär chronische, die nicht hochakut sondern schleichend beginnt und die sekundär chronische Form, bei der eine akut begonnene Entzündung nicht ausheilen kann.

Bei der chronisch progredienten Form kommt es mit dem Zeitverlauf zu einer Aggravation - zu einer zunehmenden Verschlechterung - wogegen es bei der chronisch rezidivierenden Entzündung zu immer wieder neu auftretenden Entzündungsphänomenen kommt mit dazwischen liegenden scheinbar gesunden Phasen.

Mechanismen der Entzündung

Die Mechanismen der Entzündung selbst sind so vielschichtig, verwoben und kompliziert, dass ich hier nur einige Schlagworte anführen kann. Histamin ist als Entzündungsmediator - zumindest als Wort - inzwischen vielen bekannt. Im molekularen Ablauf sind jedoch unzählige Stoffe miteingebunden wie Zytokine, Interleukine, Tumornekrosefaktoren, etc.

Entzündung entsteht nicht nur und vergeht, sondern sie wird permanent moduliert und reguliert z.B. durch Transkriptionsfaktoren. Auf vielfältige Art versucht man Einfluß zu nehmen um die Entzündung zu bekämpfen und damit den Schmerz, das Fieber, ... doch ist das allein richtig?

Die Betonung liegt auf allein. Ich bin Arzt, Mediziner und damit auch der Wissenschaft, der Forschung und dem Fortschritt verpflichtet. Ich selbst würde ohne effiziente Intensivmedizin nicht mehr leben und bin damit auch als Patient der modernen Medizin unendlich dankbar.

Doch als Arzt sehe ich auch die andere Seite. Kinder die an immer wiederkehrenden Infekten leiden und immer wieder mit fiebersenkenden Mitteln behandelt werden.

Die große Abwehr

Das Immunsystem bedient sich einer Unzahl verschiedener Zellen und Systeme. Sein Spektrum reicht vom Lymphsystem bis zum Nervensystem bis hin zu den Mechanismen der Stressregulation.

Das wichtigste und edelste Aufgabe des Arztes ist es seinen Patienten zu unterstützen: auf seinem Lebensweg, in seinen Problemen, in seinen Krankheiten. Damit ist die grundlegendste Hilfe die, die den Körper in seinen gesunden Prozessen unterstützt. Dazu gehört jedoch auch das Fieber solange es in akkzeptablen Grenzen ist.

Entzündungstherapie ist nicht alles!

Fieber als Zeichen der Entzündung ist nicht die Krankheit. Wird nur die Entzündung behandelt, das Fieber, ... so vergisst man auf die Erkrankung selbst und ihre Wurzel und bleibt am Symptom hängen.

Entzündung ist nämlich die beste Form der Therapie selbst. Der Körper macht nichts ohne Grund und die unglaublich komplizierten Entzündungskaskaden sind kein evolutionärer Fehler sondern mit das Beste der Selbstheilung. Entzündung ist das Zeichen eines großen Abwehrvorganges. Diesen zu unterbrechen wird häufig zur Ursache wiederkehrender Erkrankungen oder auch in der Entzündung stecken gebliebener und damit chronich gewordener Erkrankung.

Die Grenzen der Abwehr

Selbstverständlich gibt es Grenzen, über die hinaus die Abwehr selbst zur Gefahr wird. Diese Grenzen zu erkennen und pathologische Formen der Entzündung zu begrenzen ist Kenntnis und Tätigkeit des Arztes.

Doch Krankheit orientiert sich nicht an Bequemlichkeit und falschen Wünschen. Das sollte auch der Arzt nicht. Doch die Gesellschaft fordert rasch wiederhergestellte Arbeitsfähigkeit und auch die Schule respektiert nicht mehr die zeitlichen Erfordernisse der Heilung.

Der Arzt jedoch ist nur der Gesundheit seiner Patienten verpflichtet und muss aus dieser Verantwortung heraus der Forderung nach Scheinheilung widerstehen!